Hallo, ich heiße Givanildo und bin 12 Jahre alt. Hier will ich euch ein bisschen aus meinem Leben im Kinderdorf erzählen...
Seit knapp zwei Jahren lebe ich mit meinem kleinen Bruder und acht anderen Jungen im Kinderdorf in einer Maloca (Indianerhütte). Hier sind zwei Sozialmütter und ein Sozialvater den ganzen Tag für uns da. Und nachts natürlich auch.
Nach dem Aufstehen treffen wir uns jeden Morgen mit Padre Geraldo und ein paar Betreuern zum Morgenkreis. Hier sprechen wir über alles, was uns bewegt. Am Ende beten wir gemeinsam. Das ist immer so schön feierlich.
Um 8 Uhr beginnt die Schule mit Unterricht in Lesen, Schreiben, Rechnen und sogar Informatik. Gestern haben wir einen Internetanschluss geschenkt bekommen. Die Lehrerin sagt, wir können jetzt an die ganze Welt Briefe schreiben. Vor allem an unsere neuen Paten in Deutschland!
Mittags gibt es in der Mensa etwas Warmes zu essen. Endlich kann man mal schwätzen...
Nach dem Mittagessen bin ich meistens auf dem Fußballplatz zum Trainieren oder Spielen. Die anderen gehen zum Tanzen, Malen oder Basteln.
Manchmal hole ich mir aber auch ein Buch aus der Schulbücherei. Wenn es draußen sehr heiß ist, lese ich gerne in meinem Zimmer.
Heute kann ich aber weder Fußball spielen, noch lesen. Denn heute hat mein kleiner Bruder Geburtstag und wir gestalten für ihn eine kleine Geburtstagsparty. Der wird Augen machen...
Bei Einbruch der Dunkelheit heißt es: ab ins Bett. Nur kann ich vor Aufregung kaum schlafen, da wir übermorgen in die Ferien ans Meer fahren. Dort können wir immer umsonst in einem Haus wohnen und ich darf dieses Jahr zum ersten Mal beim Capoeira-Tanz am Strand mitmachen!
Padre Geraldo hat erzählt, dass er nach den Ferien vielleicht schon Paten aus seiner Heimat für uns gefunden hat. Ich bete jeden Abend, dass mein kleiner Bruder und ich einen Paten bekommen. Hoffentlich will uns in Deutschland jemand lieb haben...